Ein Mittel mit Tradition

Am 15. Februar 1951 wurde Finalgon® als erstes Arzneimittel aus eigener Forschung von der Boehringer-Tochter Thomae in Deutschland eingeführt. Das Medikament zur perkutanen Wärme-Reiz- Therapie wurde als Heizkissen aus der Tube werbewirksam vorgestellt – und eroberte rasch seinen Stellenwert.

Finalgon® ist seither die heiße Hilfe bei Rücken-, Gelenkschmerzen. Die Wirkstoffe Nicoboxil und Nonivamid haben ihren natürlichen Ursprung im Capsaicin, einem Bestandteil des Chili-Pfeffers. Dies erklärt, warum Finalgon® als brennend empfunden wird.

Der positive Effekt der Erwärmung schmerzender, verspannter Körperteile ist weitläufig bekannt: Wärme entspannt die Muskeln und lockert sie; eine die Schmerzen verschlimmernde Schonhaltung wird vermieden.

Neben der heilenden Wärme hat Capsaicin noch eine weitere gesundheitsfördernde Wirkung. Durch das anfänglich auftretende Brennen wird dem Gehirn neben dem eigentlichen Schmerz ein weiteres Schmerzerleben vorgeführt. Dies veranlasst das Gehirn zu einer verstärkten Ausschüttung von Endorphinen, den körpereigenen morphiumähnlichen Schmerzkillern. Da das Brennen, wie etwa bei der äußeren Anwendung von Finalgon®, jedoch harmlos ist und keine wirkliche Verwundung des Körpers vorliegt, wird der tatsächlich vorliegende Schmerz quasi doppelt bekämpft. Nonivamid, das synthetische Capsaicin von Finalgon®, hat auch einen analgetischen Effekt. Es setzt sich direkt an den Schmerzrezeptoren fest und blockiert diese. Ein Weiterleiten der Schmerznachricht wird unterdrückt, die Nerven nehmen den Schmerzreiz nicht mehr wahr und entkrampfen sich.

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